le groupe allemand Tabbert, Weinsberg, Deseo, Knaus (constructeur de caravanes réputées), ne serait pas "au mieux de sa forme"... (j'emploie un conditionnel très prudent...).
http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.p ... t=wi&BNR=0
Knaus von Insolvenz bedroht
Wohnwagen-Hersteller hofft auf Hilfe der Staatsregierung - Heute entscheidende Gespräche mit Banken
Kämpfen um das Überleben von Knaus: Die Vorstände Ralf Röhrnbacher (l.) und Thomas Dickenberger (v.r.) sowie Betriebsratsvorsitzender Anton Autengruber beim Krisengespräch mit Wirtschaftsministerin Emilia Müller und den Passauer MdL Gerhard Waschler (hinten v.l.) und Initiator Konrad Kobler (alle CSU). Waschler hat mittlerweile in einem Brief auch Ministerpräsident Günther Beckstein informiert.
Von Stefan Dorner
Jandelsbrunn/Tittling. Die finanzielle Schieflage des Wohnwagen- und Reisemobilherstellers Knaus Tabbert aus Jandelsbrunn (Landkreis Freyung-Grafenau) beschäftigt mittlerweile die Staatsregierung. Bei einem Treffen mit der bayerischen Wirtschaftsministerin Emilia Müller in Tittling zeichnete die Knaus-Führung ein sehr ernstes Bild der Lage. Dabei war sogar von Insolvenzgefahr die Rede.
„Ein Aus wäre ein harter Schlag für ganz Bayern“, betonte Emilia Müller bei dem Gespräch mit Knaus-Konzernchef Thomas Dickenberger, Finanzvorstand Ralf Röhrnbacher und Betriebsratsvorsitzendem Anton Autengruber.
„Verramscht oder
in die Insolvenz“
„Fakt ist: Wir können unsere Lieferanten nicht mehr bezahlen und haben so gut wie keinen Absatz“, sagte Dickenberger. Es gebe zwar ein Restrukturierungs-Konzept. Allerdings seien die Banken nicht bereit, Knaus weitere Kredite zu gewähren. „Doch wenn wir kein Geld bekommen, werden wir entweder verramscht oder wir gehen in die Insolvenz“, stellte Dickenberger klar.
Die Firma Knaus befindet sich seinen Worten zufolge in einem Teufelskreis. Nach dem enormen Absatzeinbruch um rund 30 Prozent ist der Umsatz im Geschäftsjahr 2007/08 (Bilanz vom 31. Juli) auf 306,7 Millionen Euro gesunken. Das sind 25 Millionen Euro weniger als geplant. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern schloss nach PNP-Informationen mit einem Minus von 7,05 Millionen Euro, für das laufende Jahr rechnet man in Jandelsbrunn mit einem Verlust von 8,18 Millionen Euro. Erst danach sei eine wirtschaftliche Besserung in Sicht.
„Da wir über kein Eigenkapital verfügen, gewährt uns niemand Saisonkredite“, erklärte Dickenberger. Diese seien aber notwendig und branchenüblich, weil die Haupt-Absatzmonate März, April und Mai wären und jetzt im Herbst und im Winter die Kosten über Darlehen finanziert werden müssten. „Wir brauchen gar nicht mehr Kreditlinie als im Vorjahr“, bekräftigte Röhrnbacher. Doch weil sich die Banken sperrten, stehe die Firma Knaus unter enormem Zeitdruck. „Wenn wir bis 28. September keine Lösung finden, haben wir noch 21 Tage für den Gang vor das Amtsgericht in Passau, um Insolvenz anzumelden“, sprach Röhrnbacher Klartext. Man bräuchte aber „drei bis vier Monate Zeit und eine Bürgschaft für weitere Kredite“, um die Restrukturierung vernünftig abwickeln zu können.
Am heutigen Dienstag finden entscheidende Bankgespräche statt. Im Anschluss sollen sich Dickenberger und Röhrnbacher „persönlich“ bei Ministerin Müller melden. „Wir wollen versuchen zu helfen - im Rahmen unserer in diesem Fall wenigen Möglichkeiten“, versprach Müller. Sie stellte klar, dass die staatlichen Mittel hier beschränkt seien.
Deshalb dürfte es über mehr als eine Vermittlungsrolle nicht hinauslaufen. Ein denkbares Szenario könnte sein, dass Müller eine Bankenrunde einberuft, in der die von Röhrnbacher genannten vier Knaus-Kreditgeber BayernLB als Poolführer, HypoVereinsbank sowie die Commerzbank und die von letzterer übernommene Dresdner Bank teilnehmen. Vor allem die BayernLB, die zur Hälfte dem Freistaat gehört, scheint der Strohhalm zu sein, an den man sich bei Knaus klammert. Nach PNP-Informationen hat sich die Geschäftsleitung vergangene Woche mit einem Restrukturierungs-Vorschlag an das Kreditinstitut gewandt.
„Die Leute stehen
vor dem Nichts“
Um die Überbestände abzubauen, will Knaus demnach 2008/09 nur noch 13 500 Fahrzeuge produzieren und rechnet mit einem Gesamtabsatz von 14 400 Stück (11 800 Wohnwagen, 2600 Reisemobile). Im abgelaufenen Geschäftsjahr blieb man mit 18 600 Stück, die teilweise nur mit deutlichen Preisnachlässen erzielt werden konnten, weit hinter den Erwartungen. Im Rekordjahr 2006/07 hatte Knaus noch 20 600 Fahrzeuge verkauft.
Ferner ist nach PNP-Infos als eine Rettungsoption geplant, zum 1. Januar die Wohnwagenfertigung im Werk in Ungarn zu schließen und nach Jandelsbrunn zu verlagern. Am Stammsitz des Betriebs, der mit seinen preisgekrönten Produkten zu einem Branchenführer in der Caravan-Szene aufgestiegen ist, sind 780 Personen beschäftigt.
Sie fürchten seit dem Bekanntwerden der wirtschaftlichen Probleme um ihren Job. „Es sind teilweise Mann und Frau, ganze Familien, bei uns in Lohn und Brot, die sich weinend an mich wenden“, schilderte Betriebsratschef Anton Autengruber. „Einige, die Haus bauen wollen, bekommen keinen Kredit mehr von ihrer Bank, weil sie bei Knaus arbeiten. Sie können sich nicht vorstellen, was hier los ist. Die Leute stehen vor dem Nichts“, appellierte Autengruber an die Ministerin.
Die Mitarbeiter bekommen schon jetzt die Auswirkungen der Krise zu spüren. Dickenberger und Röhrnbacher bestätigten, dass mit Kurzarbeit begonnen werden müsse. Die Produktion soll mindestens sieben bis acht Wochen still stehen.
Knaus kann nach PNP-Informationen ohne auswärtige Investoren die Krise selbst wohl kaum überwinden. Das verrät auch ein Blick in die Bilanz-Entwicklung des Unternehmens. Demnach rechnet man bei Knaus damit, dass der Umsatz erstmals seit 2005 wieder unter die 300-Millionen-Euro-Marke auf 259,5 Millionen Euro fallen wird - ein Einbruch unter den Wert des Jahres 2000. Zum Bilanztag 31. Juli 2008 lagen die Bankverbindlichkeiten bei 51,6 Millionen Euro und die Schulden bei Lieferanten und für sonstige Ausgaben bei 55,9 Millionen Euro.




